Wie helfe ich am besten?

Vorerst ist ganz wichtig, herauszufinden, ob der Vogel tatsächlich in Not ist!
Eine ganz tolle Internetseite zu diesem Thema finden Sie hier
Ebenfalls gute Informationen bietet die Vogelwarte Sempach

Oftmals nämlich brauchen die Vögel gar keine Hilfe und es wäre besser, sie einfach in Ruhe zu lassen.
Zuerst sollte man sicher feststellen um was für einen Vogel es sich handelt. Ist es ein Jungvogel? Oder handelt es sich um ein erwachsenes Tier? Grundsätzlich: wenn Sie einen Vogel gefunden/gesehen haben, von dem Sie denken, dass er Hilfe braucht, rufen Sie mich schnellstmöglich an! Bestimmt kann ich Ihnen weiterhelfen und gemeinsam werden wir eine Lösung finden:

Tel. 079 256 12 84

Jungvogel:

Jungvögel erkennt man daran, dass sie entweder, wenn sie noch ganz klein sind (Nestlinge) noch nackt oder nur wenig befiedert sind. Liegt ein solches Tier auf dem Boden, stimmt sicher etwas nicht und das Tier braucht Hilfe. Im Idealfall findet man das Nest, aus dem es gefallen ist und legt es wieder hinein. Keine Angst: der Vogel wird auch, nachdem man ihn in den Händen hatte, wieder von den Eltern angenommen!
Findet man kein Nest in der Nähe, macht es Sinn, den Vogel nach Hause zu nehmen.

Weitere Informationen und Massnahmen finden sie hier

Wichtig ist vorallem, herauszufinden, um welche Art es sich handelt. Fotobeispiele finden sie hier.
Im Grunde gibt es bei den einheimischen Singvögeln 2 grobe Unterschiede: wir haben Körnerfresser und Insektenfresser. Diese Vögel unterscheiden sich wesentlich in der Aufzucht. Einen Körnerfresser mit Insekten grosszuziehen, kann manchmal klappen, denn viele Körnerfresser füttern während der Jungenaufzucht auch tiereische Kost. Doch Achtung bei Grünfinken: diese sind streng vegetarisch und brauchen unbedingt ein HANDaufzuchtfutter. Nutri Bird A21 eignet sich sehr gut. Dieses Futter kann man auch Spatzen oder anderen Finkenarten geben. Auch ein Anteil an Beoperlen eignet sich gut für diese körnerfressenden Vögel. Zu erkennen sind diese Vögel an ihrem starken, dicken Schnabel. (Beispiel: Spatz / Sperling)

Insektenfresser (zu erkennen an einem feinen, eher dünnen und langen Schnabel) hingegen benötigen unbedingt tierische Eiweisse. Am besten nicht aus der Dose sondern frisch. Lebend, oder schockgefroren. Ideal sind Heimchen. Gibt es in verschiedenen Grössen. Auch Wachsmottenmaden sind gut geeignet, allerdings eher für Aestlinge. Dronenbrut ist gutes Futter, allerdings nur als Ergänzung. Bitte keine Mehlwürmer füttern! Diese eignen sich allenfalls für Aestlinge, aber auch dann unbedingt vorher töten oder nur die hellen, frisch gehäuteten verwenden. Gemäss Studien haben lebend geschluckte Mehlwürmer den Vögeln schon die Magenwände angefressen, die Vögel verbluten innerlich und starben. Für Drosselartige oder Rabenvögel sind Mehlwürmer bedingt geeignet. Das selbe gilt für Regenwürmer: nur geeignet für Amseln / Drosseln.  Weitere Infos zum Futter.


Handelt es sich bereits um einen vollbefiederten Vogel ist es ein sogenannter Aestling. Diese Vögel sind zu alt um im Nest zu sitzen und beginnen, ihre Umwelt zu erkunden. Natürlich können sie noch nicht perfekt fliegen und machen einen sehr hilflosen Eindruck. Dennoch sollte man Jungvögel in dieser Phase sich selbst überlassen und nicht eingreifen. Im Normalfall sind die Eltern in der Nähe und versorgen ihre Jungen. In wenigen Tagen werden auch sie fliegen können. Sinn macht es, einen Jungvogel auf einen Busch in der Nähe zu setzen und zu beobachten (aus sicherer Distanz). Nähert sich über längere Zeit kein Altvogel, ist der Kleine vielleicht tatsächlich verlassen und sollte eingefangen werden. Dies würde ich aber nur im äussersten Notfall tun denn für den kleinen Vogel ist das purer Stress!

 

Altvogel:

Wenn Sie einen ausgewachsenen Vogel gefunden haben (zum Beispiel im Winter), dann gilt es ebenfalls, schnell abzuschätzen, ob er wirklich Hilfe braucht. Liegt er auf einer Strasse, am Boden? Dann wurde er wohl angefahren. Oder liegt er neben einer Fensterscheibe? Dann handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um einen Sperber. Diese Greifvögel jagen kleinere Singvögel und schiessen im Jagdfieber oft in Fensterscheiben. Hier ein paar Tipps, wie man dies verhindern kann.

Manchmal sitzt auch ein Vogel einfach auf einem Feld oder im Wald am Boden und fliegt nicht weg, auch wenn man bis auf wenige Meter an ihn herankommt. Dann stimmt etwas nicht und es ist sicher sinnvoll, das Tier einzufangen. Vorsicht bei Reihern und Störchen! Diese Tiere gehen mit ihren langen und spitzen Schnäbel GEZIELT gegen die Augen. Unbedingt eine Schutzbrille anziehen! Solche Vögel als Laie selbst einzufangen, davon rate ich dringend ab!

Greifvögel / Eulen

Man erkennt Greifvögel und Eulen am ehesten durch den starken, gebogenen Schnabel, den runden Kopf, und den starken, mit spitzen Krallen versehenen Füssen.

Diese Vogelarten, sogenannte Greifvögel, diese sind, wie der Name schon sagt, eher aufs "Greifen" ausgerichtet. Sie werden sich bei einer Annäherung durch den Menschen auch am ehesten mit den Füssen wehren und mit den spitzen Krallen schmerzhaft zupacken. Unbedingt Handschuhe anziehen und als erstes die Füsse fixieren. 

Rabenvögel

Fast jeder erkennt die Krähen und Raben. Schwarze Vögel mit starken Schnäbeln, kräftigen Beinen auf denen sie gut schreiten können. Ebenfalls zu den Rabenvögel gehören auch Häher und Elstern. Bei diesen Vögeln ist es wichtig, auf den Schnabel zu achten. Sie picken damit sehr gezielt und können die menschlichte Haut einfach verletzen. Um einen solchen Vogel einzufangen, unbedingt auf den Schnabel achten, den Kopf fixieren!

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, einen Pullover oder eine Decke über das Tier zu werfen. So kann man sie am besten ruhig halten, aufnehmen und ist einigermassen geschützt vor Krallen und Schnäbeln!

Hat man den Vogel eingefangen, setzt man ihn am besten in eine Katzentransportiste oder eine Kartonschachtel. Danach sollte man das Tier unbedingt in eine bewilligte Auffangstation bringen.
Einen Greifvogel oder eine Eule ohne Bewilligung zu halten oder aufzuziehen ist strafbar!