Die Hintergründe
Vor Jahren fand ich beim Ausreiten mit Border-Collie-Hündin „Kylja“ und meinen beiden Islandpferden „Drottning“ und „Dögg“ einen geschwächten Bussard. Wir spielten eine Weile „Fangis“, bis ich ihn dann endlich erwischte und an die Storchenstation Möhlin übergab. Dort erfuhr ich viel über die Storchen- und Pflegestation und beschloss, dort mitzuhelfen. Lauter pensionierte Herren, die freuen sich doch sicher über Hilfe und dann noch von einer jungen Frau....
übrigens: den Bussard habe ich nach einigen Tagen wieder in die Luft geworfen!
Ich arbeitete einige Zeit dort (jeweils am Samstag morgen durfte ich die Arbeiten machen, welche die Pfleger die ganze Woche für mich aufgespart hatten ;-)) und kam in regen Kontakt mit Ernst Diethalm, Leiter der Station. Ich habe viel von ihm gelernt und bald auch diverse Arbeiten für ihn erledigen dürfen. Fertig war die Zeit der Ausmisterei, nun ging es an den Computer und an die Vögel. Ich bekam quasi die Stelle der "Chefsekretärin", was mir auch unglaublich viel Spass machte!
Eines Tages bat Ernst mich auf ein Gespräch zu sich nach Hause. Wir sassen also gemütlich zusammen in seiner Küche, auf dem Tisch vor uns ein Berg von selbstgebackenen Kecksen. Wir plauderten über Gott und die Welt und als ich gerade den zehnten der leckeren Keckse in den Mund geschoben hatte, unterbeitete er mir plötzlich den Vorschlag, die Stationsleitung zu übernehmen. Was??? Ich verschluckte mich eben kurz und hustete los. Ich alleine? In Möhlin eine Station übernehmen während ich in Muttenz wohne und in Biel-Benken 100% arbeite? Ich war doch etwas überrumpelt und hatte wohl einige schlaflose Nächte. Kam dann aber zum Schluss, dass es mir doch zuviel werden könnte, da ich ja auch noch Hunde, Pferde und viele andere Hobbies hatte.
Also beschlossen wir, nach weiteren Gesprächen, 2 zusätzliche Personen ins Team zu integrieren. Seit etwas über 2 Jahren arbeiten wir nun in diesem 3-er Team, was im grossen und ganzen auch recht gut funktioniert.
Dennoch wurde mir bald klar, es muss Aenderungen geben.
Ein sehr grosses Handicap stellt für mich der Weg nach Möhlin dar. Von Biel-Benken nach Möhlin fahre ich schlappe 30 km. Wieder zurück nach Muttenz sind dann etwa 50 km. Und das mehrmals pro Woche? Kommt so nicht in Frage... Ist auch nicht sehr ökonomisch. Und ich hab ja auch noch 2 Hunde, die Bewegung brauchen und Freunde, die mich mal sehen wollen. Auch sonst habe ich viele Hobbies und jeden Abend nur von A nach B fahren---das sollte nicht mein Lebensinhalt werden.
Also entstand die Idee, doch irgendwo im Baselbiet, möglichst zwischen Biel-Benken und Muttenz, eine Möglichkeit zu erhalten, Vögel "zwischenzulagern", damit ich eben nicht wegen jedem Vögelchen nach Möhlin rattern muss. So könnte man "Sammeltransporte" zusammenstellen und z.B. 1x/Woche alle Vögel auf Möhlin fahren, allenfalls auf halbem Wege noch einen Besuch beim Tierarzt einbauen.
Ich fand tatsächlich Volieren, die ich nutzen durfte. Aber auf meine Anfrage beim Kantonstierarzt (ich wollte es ja auch "Amtskonform" machen), enstand dann gleich die Idee, doch anstatt einem "Zwischendepot" eine neue Pflegestation zu eröffnen... Der Bedarf sei da und letztendlich sei eine vernünftige und seriöse Arbeit schwierig, wenn die Vögel von Kanton zu Kanton geschoben werden. Es wäre doch einfacher, gleich etwas Neues zu eröffnen. Schliesslich müsse die Sache auch bewilligt werden und wenn ich die Vögel "Zwischenlagere", was soll das für eine Bewilligung sein?! Und eine Kontrolle wäre so auch kaum möglich.
Eine Zusammenarbeit mit Möhlin, auch weiterhin, steht für mich ausser Frage. Gerade die Arbeiten wie Patenschaften, Monitoring der Störche, Kontakte pflegen, Vögel vermitteln, dies werde ich weiterhin sehr gerne erledigen.
Das Projekt: